Wie macht man ein Design-Projekt in einem interdisziplinärem Team? Wie erlangt man schnell zu Erkenntnissen und Entwürfen im Lösungsraum? Ein Projekt zwischen Design-Sprint, Minimum Viable Product und User Research.
Lean Frameworks und Designmethoden.
Lernziel »Wir irren uns empor« (Harald Lesch). Analytische Herangehensweise und Erkenntnisgewinn aus (gescheiterten) Projekten. Mit einigen Leitplanken ist das Fehler-Machen erwünscht und dient dem Lernprozess! Nicht das Ergebnis steht im Vordergrund, sondern der Prozess.
Prof. Jens Döring, Prof. Hans Krämer, Prof. Dr. Markus Weinberger
Sprout - den kreativen Entstehungsprozess sichtbar machen
Ein fertiges Hobbyprojekt zeigt meist nur das Endergebnis. Doch was geht verloren, wenn wir nur das betrachten, was am Ende übrig bleibt? Im Rahmen des interdisziplinären Lean-Design-Moduls ist das Projekt Sprout entstanden, eine Plattform, die den kreativen Weg genauso wertschätzt wie das Ziel.
Erlebnis statt nur Ergebnis
Auf herkömmlichen Plattformen bleiben die vielen Eindrücke, Entscheidungen und Inspirationsquellen eines kreativen Prozesses oft unsichtbar. Zudem dominieren dort oft Perfektionismus und der Druck durch Likes und Follower.
Sprout ändert diesen Fokus: Hier geht es um Transparenz, authentische Einblicke und die reine Freude am kreativen Erschaffen.
Um einen Raum ohne Leistungsdruck zu schaffen, verzichtet Sprout bewusst auf soziale Kennzahlen wie Likes oder Rankings. Statt echter Fotos nutzen die Anwender zudem ein anpassbares Charakter-System als Profilbild. So kann die eigene Persönlichkeit ausgedrückt werden, ohne die Anonymität aufzugeben.
Die Inspirations-DNA: Sichtbar machen, wie Ideen wachsen
Das Herzstück von Sprout ist die sogenannte Inspirations-DNA Sie visualisiert den Zusammenhang zwischen einer ersten Idee und dem daraus entstandenen Projekt.
Der Aufbau folgt einer natürlichen Metapher und lässt sich interaktiv erkunden:
- Wurzeln (Die Herkunft): Ideen, Projekte oder Personen, die als Inspirationsquelle für das eigene Projekt dienten.
- Das Zentrum (Prozess & Ergebnis): Hier steht das finale Projekt. Es ist direkt verknüpft mit seiner ganzen Entstehungsgeschichte. Dem zeitlichen Aufwand, Zwischenständen, der gehörten Musik, sowie der Umgebung und dem Wetter während der Session.
- Blätter (Die Auswirkung): Hier wird sichtbar, wie das Projekt weiterlebt. Die Blätter zeigen neue Projekte, die durch das Projekt im Zentrum inspiriert und motiviert wurden.
Authentische Sessions im Fokus
Kreativität wird bei Sprout in Form von „Sessions“ festgehalten. Ein Timer macht den tatsächlichen Arbeitsaufwand greifbar und nachvollziehbar. Wer gemeinsam mit anderen kreativ ist, kann diese über eine einfache NFC-Verbindung zur Session hinzufügen, so wird die Zusammenarbeit als gemeinsamer Moment festgehalten, bei dem trotzdem jeder an seinem eigenen Projekt arbeiten kann.
Um den Fokus auf echte, ungeschönte Kreativität zu legen und stark bearbeitete oder KI-generierte Inhalte zu vermeiden, werden Fotos vom fertigen Projekt oder den Zwischenständen ausschließlich direkt über die Kamera innerhalb der App aufgenommen.
Ein Feed für den kreativen Flow
Der Feed von Sprout passt sich den Interessen der Nutzenden an und dient der reinen Inspiration. Eine reduzierte Farbpalette und wenig Text lenken den Fokus voll und ganz auf die Projekte. Filter für die echte Projektdauer (basierend auf den dokumentierten Session-Zeiten) und den Schwierigkeitsgrad helfen dabei, genau das Projekt zu finden, das zur eigenen Motivation und dem verfügbaren Zeitrahmen passt.
Sprout zeigt: Kreativität ist kein Wettbewerb. Es ist eine Reise, die es wert ist, geteilt zu werden.