Das Dachthema »Radikal, hoffnungslos – hoffnungsvoll«? soll in der Arbeit als eine Metapher und als ein Sinnbild für das Leben und eine Gesellschaft betrachtet und verstanden werden.
Nie lebten mehr Menschen auf der Erde, nie war unser Einfluss auf den Planeten größer, nie waren wir enger vernetzt – unsere Gesellschaft wandelt sich immer rasanter. Hoffnung, Lethargie, Zukunfsängste, was bedeutet eine zunehmende Polarisierung für unsere Gesellschaft? Eine spürbare Verdrossenheit greift umsich – die politischen Ränder gewinnen deutlich an Einflussnahme. Wie wir heute leben veranschaulicht die Vielfalt und die Widersprüche unserer Zivilisation.
Die Arbeit kann sowohl pro und kontra Perspektiven aufzeigen und dokumentarisch, kritisch, ironisch, überhöht oder romantisiert das Thema kommunizieren.
Lehrinhalt
Welche Möglichkeiten eröffnen sich mittels der Fotografie, einer Bildsprache, Text, Typografie und Grafik das Thema darzustellen?
In diesem Projekt erzählen wir eine Bewegung: vom entfremdeten Wir einer fragmentierten Gesellschaft hin zum Verlust des Ichs darin – und von dort aus weiter in ein positives Feld der Rückverbindung. Wir zeigen, wie Selbstbegegnung möglich wird, wenn wir innehalten, auf uns hören und uns wieder im eigenen Ich verorten. Erst daraus kann ein tragfähiges Wir entstehen: eine Gemeinschaft, die nicht aus Anpassung wächst, sondern aus Selbstkenntnis, Präsenz und echter Begegnung. Das Projekt endet bewusst hoffnungsvoll – im Hier und Jetzt, mit Liebe zu uns selbst und zu den Menschen um uns herum. Nicht im abstrakten Uns, sondern im gelebten Wir.
Fotografisch haben wir uns mit uns selbst und mit unserem Umfeld auseinandergesetzt. Entstanden sind ehrliche, ungeschönte Momente von Einsamkeit, Verzweiflung und innerem Chaos, aber auch von Nähe, Selbstliebe und Verbundenheit. Unterschiedliche Menschen, leere Räume und stille Bilder geben diesen Zuständen Raum und lassen bewusst Lücken, in denen eigenes Empfinden entstehen kann.
Das Layout ist auf jeder Seite individuell und spiegelt das innere Chaos wider, bleibt dabei jedoch konsistent genug, um Orientierung zu geben. So wird sichtbar, was trägt – und was sich erst beim genaueren Hinsehen erschließt.