Ziel ist es, komplexe musikalische Zeichenstrukturen zu verstehen und in visuelle Ordnungen als Animation zu übersetzen. Im Fokus stehen das Entwickeln von Bewertungskompetenz und der gezielte Einsatz gestalterischer Methoden.
Verstehen komplexer grammatikalischer Zeichenbeziehungen im Auditiven (Musik) und deren unmittelbare Übersetzung in entsprechend komplexe visuellen Ordnungen (Film). Eine Musiksequenz wird durch die systematische Anwendung gestaltungsmethodischer Strategien in ein äquivalentes, gleichsam vielschichtiges, visuell konsistent interagierendes Zeichenrepertoire (Film) übersetzt.
Entwicklung von Bewertungskompetenz für Mitteilungsqualitäten visueller Prozesse. Intensive Übungsfolgen zu parametrisch entwickeltem visuellem Beschreiben der hierarchisch gegliederter Charaktereigenschaften von Instrumenten und später deren musikalischen Interaktion.
Kennenlernen und Nutzung umfangreicher Settings an relevanten Gestaltungsmethoden.
Im Kurs Audiovisuelle Gestaltung bestand die Aufgabe darin, einen selbst gewählten instrumentalen Song visuell zu interpretieren und dessen Stimmung, Dynamik und Atmosphäre in einer Animation erfahrbar zu machen.
Wir haben uns für die instrumentale Version von „Teach Me How To Love“ von Galdive aus dem Album Blue (2025) entschieden. Der ruhige, verträumte und emotionale Charakter des Tracks bot die ideale Grundlage, um eine poetische Bildsprache zu entwickeln.
Zu Beginn analysierten wir den Song mithilfe eines semantischen Differenzials, einer Assoziationskarte und eines Moodboards, um ein gemeinsames Verständnis für die Atmosphäre und Wirkung der Musik zu entwickeln. Anschließend teilten wir den Track mithilfe eines Stem-Splitters in einzelne Instrumentenspuren auf, erstellten eine Notation und untersuchten die charakteristischen Eigenschaften der Instrumente. Auf dieser Grundlage entwickelten wir morphologische Kästen, in denen wir Klänge, Bewegungen und Stimmungen in Formen und Linien übersetzten.
Aus diesen Vorarbeiten entstand das Konzept einer Linie als Hauptakteurin, die gemeinsam mit Sternen die emotionale Entwicklung des Songs erzählt. Mithilfe eines Storyboards und erster Animationstests entwickelten wir die visuelle Erzählung weiter und setzten sie schließlich in After Effects um. Die Animation ist in mehrere Kapitel gegliedert, in denen sich die Linie durch unterschiedliche Räume bewegt und dabei verschiedene emotionale Zustände durch Form, Farbe und Bewegung ausdrückt.
Für das Plakat wählten wir eine Gestaltung, die die beiden zentralen Elemente – die Linie und die Sterne – in den Mittelpunkt stellt. Verschiedene Entwurfsvarianten führten schließlich zu einem Motiv, das die Atmosphäre und Bildsprache der Animation widerspiegelt.