Ziel ist es, komplexe musikalische Zeichenstrukturen zu verstehen und in visuelle Ordnungen als Animation zu übersetzen. Im Fokus stehen das Entwickeln von Bewertungskompetenz und der gezielte Einsatz gestalterischer Methoden.
Verstehen komplexer grammatikalischer Zeichenbeziehungen im Auditiven (Musik) und deren unmittelbare Übersetzung in entsprechend komplexe visuellen Ordnungen (Film). Eine Musiksequenz wird durch die systematische Anwendung gestaltungsmethodischer Strategien in ein äquivalentes, gleichsam vielschichtiges, visuell konsistent interagierendes Zeichenrepertoire (Film) übersetzt.
Entwicklung von Bewertungskompetenz für Mitteilungsqualitäten visueller Prozesse. Intensive Übungsfolgen zu parametrisch entwickeltem visuellem Beschreiben der hierarchisch gegliederter Charaktereigenschaften von Instrumenten und später deren musikalischen Interaktion.
Kennenlernen und Nutzung umfangreicher Settings an relevanten Gestaltungsmethoden.
Für unser Projekt im Kurs Audiovisuelle Gestaltung haben wir uns für einen Ausschnitt des Stücks „op. 64 / Act 1: 13. Dance of the Knights“ aus Romeo und Julia von Sergei Prokofjew entschieden, hier in der Einspielung des Boston Symphony Orchestra. Das Stück zeichnet sich durch eine enorme musikalische Schwere aus und spitzt sich zunehmend zu. Es ist geprägt von Spannung und einem unmissverständlichen Konflikt.
Im Mittelpunkt unseres Projekts stand die tiefgehende Analyse des Musikstücks, bei der wir nicht nur ein grundlegendes Verständnis der Sequenz erlangten, sondern uns auch ein breitgefächertes Repertoire an Visualisierungen für den weiteren Prozess erarbeiteten. Dadurch war es uns möglich, Stimmung, Rhythmik und Atmosphäre in visuelle Parameter zu übertragen und in ein Gesamtkonzept zu setzen.
Unsere finale Umsetzung ist sowohl von parametrischem als auch von analytischem Arbeiten geprägt und übersetzt somit die bedrohliche Grundstimmung und den zugrunde liegenden Konflikt in eine kurze Filmsequenz.