Die Studierenden lernen die elementare Darstellungsprinzipien, grundlegende Techniken der Programmierung und algorithmisches Denken kennen.
In zwei Kurzprojekten und kleinen Übungen probieren die Studierenden die systematischen Organisation von Zeichenbeziehungen in Fläche, Bewegung und interaktives Verhalten aus. Ziel ist es am Ende des Semesters Gestaltung als System zu erfahren und eigenständig erste einfache Regelwerke in eine Programmiersprache übersetzen zu können.
Das Projekt „Beyond Time“ umfasst eine Reihe experimenteller Watch Faces für eine Smartwatch. Dabei steht nicht die konkrete Uhrzeit, sondern das Vergehen von Zeit im Vordergrund. Anstelle einer klassischen Anzeige mit Ziffern oder Zeigern entstehen dynamische visuelle Abläufe, die die Zeit als Bewegung, Veränderung und physikalischen Prozess erfahrbar machen.
Im Mittelpunkt stehen einfache geometrische Formen wie Kreise und Linien, die sich bewegen, kollidieren oder aufeinander reagieren. Durch diese kontinuierlichen Veränderungen wird ein Gefühl für Zeitlichkeit erzeugt, ohne dass die Uhrzeit direkt ablesbar sein muss.
Die Watch Faces wurden in JavaScript mit p5.js und matter.js, einer Physics Engine für 2D-Simulationen, programmiert und anschließend in Mockups und Videos dargestellt.
Liquid
Das „Liquid Watch Face“ zeigt die Zeit durch eine wachsende Flüssigkeit an. In regelmäßigen Abständen von einer Sekunde wird ein Tropfen vom äußeren Rand des Kreises in Richtung der Mitte des Zifferblatts bewegt. Die Füllung des Watch Faces erfolgt sekündlich, wobei nach 60 Sekunden der Frame vollständig gefüllt ist. Anschließend löst sich die Flüssigkeit auf und der Prozess beginnt von neuem.
autoplay true
Space
Das „Space Watch Face“ zeigt die Zeit an, indem die große, blaue Kugel in der Mitte innerhalb einer Minute ihre Laufbahn entlangläuft. Die Bewegung startet unten in der Mitte und führt nach links oben. Jede Sekunde fliegen Meteoriten in den Frame, wobei alle drei Sekunden ein blauer Meteorit erscheint, der die blaue Kugel trifft und aus der Laufbahn stößt. Allerdings pendelt sich die blaue Kugel direkt wieder in der Laufbahn ein. Nach einer Minute hat sie die Laufbahn vollständig durchlaufen und der Vorgang startet erneut.
autoplay true
Pendulum
Beim „Pendulum Watch Face“ fallen pro Sekunde blaue Kugeln auf den Kreis, die dann am Kreis entlang hinunterrollen. Sie sammeln sich am äußeren Rand des Kreises und formen eine Kette. Nach 59 Sekunden sorgt die letzte Kugel dafür, dass alle Kugeln als Kette nach oben aus dem Kreis herausfliegen. Der Ablauf dauert eine Minute. Anschließend beginnt der Vorgang erneut von vorne.