Die Studierenden lernen die elementare Darstellungsprinzipien, grundlegende Techniken der Programmierung und algorithmisches Denken kennen.
In zwei Kurzprojekten und kleinen Übungen probieren die Studierenden die systematischen Organisation von Zeichenbeziehungen in Fläche, Bewegung und interaktives Verhalten aus. Ziel ist es am Ende des Semesters Gestaltung als System zu erfahren und eigenständig erste einfache Regelwerke in eine Programmiersprache übersetzen zu können.
Im Kurs „Programmiertes Entwerfen“ haben wir uns intensiv mit algorithmischem und computationalem Denken beschäftigt. Ausgangspunkt war die Erzeugung visueller Ergebnisse durch klar definierte Handlungsanweisungen. Ziel war es, den systematischen Entstehungsprozess sowie die Reproduzierbarkeit von Gestaltung durch Algorithmen zu verdeutlichen. Im Fokus stand dabei nicht das intuitive Zeichnen, sondern die Entwicklung und Anwendung nachvollziehbarer eigener Regeln. Den entwickelten Algorithmus haben wir in einem Zeitraffer-Video dokumentiert und grafisch aufbereitet.
Beschreibung
Der Algorithmus zeigt, wie sich ein komplexes geometrisches Netz rein durch das manuelle Abspulen einer einfachen Logik aufbaut. Aus einer Handvoll Kreisen und Linien, die nach festen Regeln miteinander verbunden werden, entsteht so Schritt für Schritt ein faszinierendes, sternförmiges Geflecht.
Hintergrundmusik
Der Soundtrack wurde passend zur visuellen Dynamik des Algorithmus konzipiert und eigens von uns für dieses Video komponiert (keine KI). Er untermalt den systematischen Aufbau des Netzwerks und verstärkt die Weltraum-Atmosphäre durch rohe und sich aufbauende Synth-Sounds.
Regeln
Der gesamte Algorithmus bezieht sich auf zufällig generierte Zahlen von 1 bis 3.
1. Das Raster
Auf dem Blatt wird ein Raster angelegt, bei dem Linien vom Mittelpunkt in 22,5°-Schritten nach außen verlaufen. Anschließend werden die Linien nach außen in fünf Bereiche eingeteilt, welche Ebenen ergeben, die sich nach außen aufbauen.
2. Durchführung (Primärstruktur)
Als Erstes werden mit einer Farbe auf jeder zweiten Linie (alle 45°) größere Kreise gemalt. Die Position wird pro Kreis durch eine Zufallszahl bestimmt:
1: Kreis sitzt möglichst weit innen, innerhalb der Ebene.
2: Kreis sitzt zentriert, innerhalb der Ebene.
3: Kreis sitzt möglichst weit außen, innerhalb der Ebene.
3. Detailierung (Punkte)
Anschließend werden kleine Punkte um die Kreise gemalt, die sich gruppenweise jeweils links und rechts eines Kreises anordnen. Die Anzahl dieser Punkte (1, 2 oder 3) wird wieder per Zufall bestimmt.
4. Vernetzung
Letztendlich werden alle Punkte mit den gegenüberliegenden Punkten des nächsten Kreises durch eine Linie verbunden, sodass ein Netz entsteht.
Wiederholung & Abschluss
Dieser Vorgang wird mit einer zweiten Farbe in derselben Ebene auf den jeweils ausgelassenen Linien wiederholt.
Der gesamte Vorgang wird dann auf der nächsten Ebene nach außen hin fortgesetzt.