In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Kostet Migration uns den Wohlstand? Eine interaktive Visualisierung personenbezogener Einflussfaktoren auf die deutsche Staatskasse
Jeder Mensch ist ein Pixel: Eine interaktive Website zeigt, was Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte die Staatskasse kosten und was sie ihr einbringen.
Kostet Migration uns den Wohlstand? Immer mehr Menschen in Deutschland fürchten das. Die Debatte darüber läuft hitzig, aber selten mit belegbaren Zahlen. Dabei gibt es diese Zahlen längst: Große Studien rechnen vor, dass Zuwanderung die Staatskasse eher füllt als leert. Doch diese Studien liest kaum jemand, und ihre Ergebnisse bleiben abstrakt. Genau hier setzt die Arbeit an. Die interaktive Website macht die Rechnung sichtbar. Grundlage ist eine der größten Langzeitbefragungen Deutschlands, das Sozio- ökonomische Panel (SOEP), mit rund 216.000 Befragten. Für jede Person zählt die Arbeit zusammen, was sie den Staat im Lauf ihres Lebens bis 2024 kostet, etwa für Schule, Gesundheit und Rente, aber auch was sie ihm einbringt, vor allem Steuern und Sozialbeiträge.
Das Neue daran: Die Website zeigt keinen Durchschnitt, sondern jeden einzelnen Menschen. Jede Person erscheint als ein Pixel, geordnet nach Alter. Eine Null-Linie teilt das Bild. Wer rechts davon liegt, bringt dem Staat mehr ein, als er kostet. Wer links davon liegt, kostet mehr. Aus hunderttausenden Pixeln entsteht so ein Bild der ganzen Gesellschaft.
Besucherinnen und Besucher starten mit einer kurz erzählten Tour, die das Bild Schritt für Schritt erklärt. Danach erkunden sie die Daten frei: Sie filtern nach Herkunft, Arbeit und Ausbildung und vergleichen zwei Gruppen direkt miteinander. Außerdem geben fünf Beispielpersonen den anonymen Pixeln ein Gesicht: Ihre Lebensläufe sind realistisch nachgebildet und nach denselben Regeln berechnet wie die echten Daten. Dadurch lassen sie sich direkt in das Gesamtbild einordnen. Dabei zeigt sich: Über die Bilanz eines Menschen entscheidet nicht seine Herkunft, sondern ob er arbeitet, welche Ausbildung er hat und in welcher Lebensphase er steht. Am Anfang kostet den Staat jede Person etwas. Egal, ob in Deutschland geboren oder im Laufe des Lebens eingewandert. Gleichzeitig gilt: Wer arbeitet, zahlt ein. Egal, woher man kommt.
Die Arbeit richtet sich an alle, die in der Migrationsdebatte mitreden wollen: an Neugierige, an Skeptiker mit echten Sorgen und an Menschen, die belegbare Argumente suchen. Sie will niemanden belehren. Sie legt die Fakten offen und lässt jeden selbst nachsehen, damit aus einem Bauchgefühl eine überprüfbare Haltung werden kann.