Die Studierenden lernen die elementare Darstellungsprinzipien, grundlegende Techniken der Programmierung und algorithmisches Denken kennen.
In zwei Kurzprojekten und kleinen Übungen probieren die Studierenden die systematischen Organisation von Zeichenbeziehungen in Fläche, Bewegung und interaktives Verhalten aus. Ziel ist es am Ende des Semesters Gestaltung als System zu erfahren und eigenständig erste einfache Regelwerke in eine Programmiersprache übersetzen zu können.
Im Rahmen des Projekts setzten wir uns mit algorithmischem und computationalem Denken auseinander. Ziel war es, visuelle Ergebnisse durch klar definierte Handlungsanweisungen zu erzeugen und den Entstehungsprozess in einem Zeitraffer-Video zu dokumentieren.
Neben vorgegebenen Zeichenalgorithmen sollten auch eigene Regeln entwickelt werden, die von anderen reproduzierbar sind.
Algorithmus – The Vortex
Konzept
The Vortex basiert auf einer Kombination aus Zeichnung und dreidimensionaler Papierbearbeitung. Durch das systematische Schneiden und Verschieben von Papierstreifen entsteht eine spiralförmige Bewegung zur Blattmitte hin, die an einen Strudel oder Sog erinnert.
Der Algorithmus verbindet präzise geometrische Konstruktion mit organischen Formen und handwerklicher Transformation des Materials.
Regeln des Algorithmus
Das Spiel kann mit bis zu drei Personen gespielt werden, die abwechselnd oder teilweise gleichzeitig arbeiten. Mit einem Zirkel wird zunächst ein großer Kreis (A) in die Mitte des Blattes gezeichnet. In dessen Zentrum entsteht ein zweiter, kleinerer Kreis (B). Um beide Kreise wird eine freie organische Form (C) gezeichnet, mit ausreichend Abstand zu den Kreisen und zum Blattrand. Zwischen äußerem Kreis (A) und organischer Form (C) werden strahlenförmig Streifen eingeschnitten, die zur Blattmitte hin verbunden bleiben. Die Streifen werden anschließend zur Mitte gezogen und leicht versetzt auf dem inneren Kreis (B) aufgeklebt, sodass ein fließender Übergang entsteht.
Die schrittweise Ausführung erzeugt eine räumliche Wirkung und eine visuelle Bewegung zur Mitte hin.
Prozess & Umsetzung
Die Arbeit entstand durch gemeinsames Arbeiten am Blatt, wobei Zeichnung, Schneiden und Kleben schrittweise ausgeführt wurden. Währenddessen wurde der gesamte Prozess dokumentiert.
Die Kombination aus präziser Vorbereitung und manueller Umsetzung führt zu leichten Variationen und macht jedes Ergebnis einzigartig, obwohl alle Arbeiten denselben Regeln folgen.
Video
Das finale Zeitraffer-Video zeigt die Transformation von einer flachen Zeichnung hin zu einer plastischen Struktur. Der Prozess verdeutlicht, wie aus einfachen Anweisungen eine komplex wirkende räumliche Form entsteht.