Die Studierenden lernen die elementare Darstellungsprinzipien, grundlegende Techniken der Programmierung und algorithmisches Denken kennen.
In zwei Kurzprojekten und kleinen Übungen probieren die Studierenden die systematischen Organisation von Zeichenbeziehungen in Fläche, Bewegung und interaktives Verhalten aus. Ziel ist es am Ende des Semesters Gestaltung als System zu erfahren und eigenständig erste einfache Regelwerke in eine Programmiersprache übersetzen zu können.
Im Rahmen des Projekts beschäftigten wir uns mit algorithmischem und computationalem Denken. Ziel war es, visuelle Ergebnisse mithilfe klar definierter Regeln und Abläufe – also Algorithmen – zu erzeugen und den Entstehungsprozess in einem Zeitraffer-Video zu dokumentieren.
Algorithmus – Three Long Lines
Konzept
Unser Ansatz war ein spielerischer Algorithmus, bei dem 3 Teilnehmer gleichzeitig mit einer eigenen Farbe eine kontinuierliche Linie zeichnen. Durch einfache Regeln entsteht ein komplexes Zusammenspiel aus Bewegung, Reaktion und Raumaufteilung auf dem Blatt.
Die Linien beeinflussen sich gegenseitig, da sie einander ausweichen müssen und so organisch wachsende Strukturen entstehen.
Algorithmus/ Regeln
Das Spiel wird von drei Personen gleichzeitig gespielt.
Jede Person nutzt einen Stift in einer eigenen Farbe.
Jede Person zeichnet eine durchgehende Linie.
Der Stift darf während des Zeichnens nicht vom Papier abgesetzt werden.
Eine Pause von maximal fünf Sekunden ist erlaubt, ohne den Stift abzuheben.
Keine Linie darf eine andere oder die eigene Linie absichtlich kreuzen.
Sollte eine Überschneidung versehentlich passieren, wird trotzdem weitergezeichnet.
Gezeichnet wird, bis kein freier Platz auf dem Blatt mehr vorhanden ist.
Diese Regeln funktionieren wie ein Algorithmus: Einfache Anweisungen erzeugen ein visuell komplexes Ergebnis.
Prozess & Umsetzung
Die Zeichnung entstand gemeinschaftlich auf einem großen Blatt. Während des gesamten Prozesses wurde das Zeichnen als Time-Lapse aufgenommen. Durch die gleichzeitige Bewegung entstehen Spannungen, Richtungswechsel und spontane Anpassungen der Linien.
Der Prozess zeigt, wie aus klaren Regeln unerwartete visuelle Strukturen entstehen können.
Video
Das finale Video zeigt den gesamten Zeichenprozess als Zeitraffer. So wird sichtbar, wie sich die Linien Schritt für Schritt entwickeln und den Raum füllen.