In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Verborgen ist eine Installation über das Leben im Boden und die Frage, wie Menschen in der Stadt ihre eigenen Grünflächen anders wahrnehmen können. Im Mittelpunkt steht eine Welt, die meist unsichtbar bleibt: Boden ist nicht nur Fläche, sondern ein lebendiger Lebensraum.
Unsichtbares Leben
Unter unseren Füßen wirken unzählige kleine Organismen. Sie helfen dabei, Wasser zu speichern, Pflanzen zu versorgen und natürliche Kreisläufe aufrechtzuerhalten. Obwohl dieses System eine zentrale Grundlage für Klima, Ernährung und Stadtökologie bildet, bleibt es im Alltag meist abstrakt und schwer greifbar. Genau hier setzt das Projekt an: nicht nur bei einem ökologischen Problem, sondern auch bei einer Lücke in der öffentlichen Wahrnehmung.
Installation
Die Arbeit übersetzt das verborgene Leben im Boden in eine räumliche, grafische Form. Besucher:innen bewegen sich zwischen mehreren Elementen, lesen kurze Texte, entdecken Illustrationen und nähern sich dem Thema Schritt für Schritt. So entsteht keine reine Informationsreihe, sondern eine Erzählung, die ohne Vorwissen verständlich bleibt.
Die Installation setzt bewusst auf einen zugänglichen und einladenden Ansatz. Statt zu belehren oder zu überfordern, arbeitet sie mit wenigen prägnanten Aussagen, ausgewählten Visualisierungen und einer klaren Dramaturgie: vom Staunen über das Verstehen bis hin zur Frage, was geschieht, wenn Böden geschwächt, verdichtet oder versiegelt werden.
Vom Verstehen zum Handeln
Der Abschluss der Arbeit liegt nicht in Schuld oder Alarm, sondern in Handlungsmöglichkeiten. Ein begleitendes Faltblatt übersetzt die Inhalte der Installation in konkrete, alltagstaugliche Schritte für den eigenen Garten oder kleine Grünflächen. Kleine Checklisten, einfache Prinzipien und niedrigschwellige Anregungen zeigen, was sich schon auf wenigen Quadratmetern verändern lässt.
So versteht sich Verborgen nicht nur als Vermittlungsformat, sondern auch als Einladung, die verborgene Grundlage unseres städtischen Lebens neu zu sehen und mitzugestalten.