In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Wo beginnt Gewalt?
Selten laut. Gewalt in Paarbeziehungen beginnt meistens leise, mitten im Alltag. Vor allem emotionale Gewalt bleibt dabei von außen unsichtbar. Sie trifft quer durch alle Schichten. Junge Frauen* sind besonders häufig betroffen.
Unser Interventionskonzept setzt genau dort an, wo viele junge Menschen in ihrem Alltag zusammentreffen: in der Mensa. Im Austausch mit Freund:innen erkennen viele Betroffene, dass ihre Beziehung nicht gesund ist. Deshalb entwickelten wir drei Medien, die genau dort ansetzen: eine Serviette, ein Faltblatt und eine Website.
Die Serviette liegt am Mittagstisch und lädt zum Gespräch ein. Nach dem Prinzip ‘This or That’ stellt sie wertfreie Entweder-oder-Aussagen und öffnet so ein Gespräch über Beziehungsdynamiken. Im Abgleich mit dem Freundeskreis erkennen Betroffene leichter, wenn sie selbst betroffen sind.
Das Faltblatt richtet sich an die Peer Group selbst. Es zeigt, wie Freund:innen eine betroffene Person ansprechen können und ermutigt dazu, hinzuschauen und aktiv ein Gespräch zu suchen.
Ein QR-Code auf Serviette und Faltblatt führt zur Website. Dort finden junge Frauen* und ihre Freund:innen weitere Hilfsangebote sowie eine Einordnung, um zu verstehen, welche Mechanismen hinter emotionaler Gewalt stecken.
So macht unser Konzept Gewalt frühzeitig sichtbar, über die Peer Group, niedrigschwellig und mitten im Alltag.