Die Nutzung eines vermeintlich simplen Produkts wird von Studierenden dokumentiert.
Wie nutzerfreundlcih ist ein Produkt?
Die äußere Form eines Interaction Mappings ermöglicht die schnelle Erfassung einzelner Bedienschritte, Probleme und auch erste Erkenntnisse. Den Studierenden wird die Wichtigkeit der Analyse kleinster Interaktionen für einen erfolgreichen Designprozess näher gebracht. Durch die visuell möglichst klare Aufbereitung des Mappings werden Grundlagen vermittelt.
Prof. Marc Guntow, Kai Wanschura, Maximilian Schulist, Johanna Wellnitz
GPS – Fahrradcomputer
Ausgangslage
Aus der Interaktion eines Nutzers mit einem Gerät, das er zuvor noch nie bedient hat lassen sich sogenannte Schlüsselmomente und Insights ziehen, welche dem Hersteller durch Ableiten von Lösungsansätzen bei der Verbesserung des Produkts helfen können. Um Reaktionen wie Freude, Überraschung oder Frustration, aber auch Gefühle und Gedanken des Nutzers »lesen« zu können, wendet dieser die sogenannte Think-Aloud Methode an. Die gesammelten Beobachtungen und Informationen werden im Interaction Mapping schließlich visuell dargestellt. Das Mapping gibt am Ende Aufschluss darüber, an welchen Stellen der Nutzer scheiterte oder frustriert war und kann so zur Verbesserung des Produktes beitragen.
Produkt
Das Modell Garmin Edge 830 ist ein kompakter GPS-Radcomputer mit Touchscreen und vielen nützlichen Funktionen wie offline Karten, Leistungsanalyse und vielem mehr. Für die Bedienung des Gerätes scheint etwas Einarbeitung nötig zu sein. Aus diesem Grund stellte sich das Produkt als perfektes Versuchsobjekt für den First-Use heraus.
Aufgabe
Die Aufgabe war es, das Gerät anzuschalten, eine gespeicherte Route vom aktuellen Standort bis zum Bärenschlössle (Stuttgart) einzustellen und die Navigation zu starten.
Ergebnis
Das finale Interaction Mapping besteht aus zwei Teilen: Einer Infografik, die etwa Zweidrittel des Plakates einnimmt, damit als Eyecatcher dient und in welcher die erfassten Insights und Gefühle dargestellt werden. Im unteren Drittel des Plakates wird schließlich nochmals auf die Insights und deren Lösungsansätze in Textform eingegangen. Die obige Infografik vereint mehrere Ergebnisse des First-Use und stellt sie dabei in ein direktes Verhältnis zueinander. Sie ist analog zu einem Teil eines Fahrradreifen konzipiert. Die Felge (der dickere Rand außen) unterteilt die vielen Doings, welche nach außen wie Strahlen angeordnet sind, in Abschnitte, welche im unteren drittel schließlich genauer erläutert werden. Unterhalb der Felge, weiter ins innere des Halbkreises kann man schließlich die Insights in Form von »nächster Schritt war klar oder unklar« ablesen. Direkt darunter befinden sich schließlich die Feelings, welche zum Großteil ähnliche Auf und Ab’s aufweist wie die Insights-Kurve. Im inneren des Rades findet man die Zeitabschnitte und ein Bildnis des Fahrradcomputers, mit welchem der First-Use ausgeführt wurde. Die wichtigsten Informationen des Mappings werden durch die starke Akzentfarbe gelb hervorgehoben. Eine kleine Legende links neben der textlichen Ausführung der Insights soll dem Betrachtenden einen Überblick und zum Verständnis der Infografik verhelfen.