In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Rund 106.000 Frauen in Deutschland beenden jedes Jahr ihre Schwangerschaft vorzeitig,
trotzdem wird kaum offen darüber gesprochen.
blur.ed ist ein Workshop zum Thema Schwangerschaftsabbruch. Er gibt Schüler:innen zwischen 15 und 18 Jahren präventiv Orientierung und trägt dazu bei, das gesellschaftliche Tabu zu brechen und Stigmata abzubauen.
Interview
Ein Video bildet einen empathischen Einstieg in das Thema. Darin erzählt eine Frau offen von ihrer ungeplanten Schwangerschaft, ihrer Entscheidung für einen Schwangerschafts-abbruch und den Erfahrungen, die sie während dieser Zeit gemacht hat. Durch die persönliche Erzählung entsteht ein direkter und nahbarer Zugang, der die emotionale Seite des Themas sichtbar macht.
Eingeblendete Interviewfragen gliedern das Video in klare Themenabschnitte und erleichtern den Schüler:innen die Orientierung. So zeigt das Video individuelle Erfahrungen und schafft eine gemeinsame Grundlage für die anschließende Auseinandersetzung im Workshop.
Zum Schutz der Privatsphäre wurde die Protagonistin anonymisiert. Deshalb wurde ein Bildausschnitt gewählt, in dem ihr Gesicht nicht zu sehen ist. Ihre Körpersprache bleibt dennoch erkennbar und unterstützt die persönliche Wirkung des Interviews, ohne ihre Identität preiszugeben.
UI Anwendung
Im Mittelpunkt des Workshops steht eine interaktive iPad-Anwendung, deren zentraler Ausgangspunkt ein Zeitstrahl ist. Dieser führt die Schüler:innen schrittweise durch fünf aufeinander aufbauende Kapitel. Die Inhalte reichen von den ersten Anzeichen einer Schwangerschaft über die persönliche Entscheidungsfindung und die rechtlichen Rahmen-bedingungen bis hin zu den medizinischen Methoden eines Schwangerschaftsabbruchs und der Zeit danach.
Der Zeitstrahl macht den zeitlichen Ablauf sichtbar und verbindet die einzelnen Themen-bereiche miteinander. Dadurch erhalten die Schüler:innen eine klare Orientierung und können die notwendigen Schritte, Termine und Fristen leichter nachvollziehen. Interaktive Elemente ermöglichen es, einzelne Inhalte zu vertiefen und selbstständig zu erkunden.
Fakten vs. Mythos
Zum Abschluss erhalten die Schüler:innen Spielkarten, mit denen sie Aussagen
spielerisch als Mythos oder Fakt einordnen. So werden weit verbreitete Fehlinformationen eingeordnet, das Wissen gefestigt und der gemeinsame Austausch angeregt.