In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Das interaktive Exponat macht Eiskernforschung im Raum erlebbar. Ein beweglicher Bildschirm dient als digitaler Scanner, welcher unsichtbare Daten der letzten 1000 Jahre visuell sichtbar macht.
Wie lässt sich die unsichtbare Klimageschichte unseres Planeten für Museumsbesucher verständlich und emotional greifbar machen? Das interaktive Exponat übersetzt die hochkomplexen Daten der Eiskernforschung in ein intuitiv bedienbares, visuelles Raumerlebnis. Konzipiert ist die Arbeit für moderne Ausstellungen wie die Klimaerlebniswelt Oerlinghausen.
Eisbohrkerne sind kilometerlange Chroniken aus im Wasser eingefrorener atmosphärischer Luft. Sie beherbergen unersetzliche Informationen über das Klima der vergangenen 1,2 Millionen Jahre. In der Praxis bleiben diese Daten oft hinter trockenen wissenschaftlichen Diagrammen verborgen. Das Exponat verbindet daher eine analoge Präsenz mit digitaler Interaktivität: Über dem Modell eines Eiskerns ist ein physisch verschiebbarer Bildschirm angebracht. Bewegt man diesen horizontal, fungiert er als digitaler Scanner und gibt den Blick in das Innere des Eises frei.
Im Fokus stehen die Proxydaten der letzten 1.000 Jahre. Besucher steuern markante historische Meilensteine an, die der Mensch oder Naturereignisse im Eis hinterlassen haben:
Die Pest (1346–1353): Der extreme Bevölkerungsrückgang führt zu verwaisten Feldern und hinterlässt einen sichtbaren Rückgang von Erntepollen im Eiskern.
Der Maisanbau (ab 1770): Die Ausbreitung der Nutzpflanze in zentral Europa spiegelt sich im erstmaligen Auftreten von Maispollen wider.
Der Tambora-Vulkanausbruch (1815): Eine globale Schwefelwolke, die zum „Jahr ohne Sommer“ führte, ist ebenfalls durch den Rückgang von Erntepollen markiert.
Die Atomwaffentests (1958–1962): Die Tests der Supermächte hinterließen einen unübersehbaren Peak an radioaktivem Plutonium.
Die Arbeit basiert auf Fachinterviews mit führenden Expertinnen des Alfred-Wegener-Instituts und des Paul Scherrer Instituts. Ein reduziertes, flächiges Illustrationsdesign sorgt für einen schnellen und einfach erfassbaren Einstieg in die Eiskern-Thematik.