In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Unser Projekt befasst sich mit der Frage, wie man Stoffe im Internet besser darstellen kann. Wir haben dafür die Detail-Seite eines Online-Shops für Stoffe neu gestaltet. Zusätzlich haben wir ein System entwickelt, das die Eigenschaften der Stoffe bildlich darstellt.
Das Problem beim Online-Kauf von Stoffen
Wer Stoffe im Internet kauft, kann das Material vor dem Kauf nicht anfassen. Bisher zeigen Online-Händler meistens nur wenige Fotos und kurze Texte. Das führt in der Praxis zu zwei Problemen:
Beim direkten Kauf: Kunden bestellen einen Stoff direkt. Oft entspricht der gelieferte Stoff nicht den Erwartungen. Die Kunden schicken die Ware zurück. Das kostet Zeit und belastet die Umwelt. Bei der Muster-Bestellung: Kunden bestellen vorab ein kleines Stoffmuster. Der Versand dauert meistens mehrere Tage. Zudem ist das Muster oft nur so groß wie eine Handfläche. Anhand dieses kleinen Stücks kann man sich nur schwer vorstellen, wie der ganze Stoff fällt oder wie ein fertiges Kleidungsstück daraus aussieht.
Das Ziel des Projekts
Das Projekt soll den Prozess des Stoff-Kaufs im Internet vereinfachen. Das Ziel ist ein System, mit dem sich Nutzer einen Stoff am Bildschirm so gut wie möglich vorstellen können. Ein physisches Muster soll dadurch in vielen Fällen überflüssig werden.
Bisherige Websites zeigen Stoffeigenschaften fast nur als reinen Text. Der Unterschied zu bestehenden Systemen liegt bei unserer Arbeit in der bildlichen Darstellung. Wir übersetzten technische Daten in Grafiken, Karten und bewegte Bilder. Nutzer sehen dadurch direkt auf dem Bildschirm, wie der Stoff gewebt ist, woher er kommt, wie stark er glänzt oder wie sehr er knittert.
Die Zielgruppe
Die Arbeit richtet sich an alle Menschen, die Stoffe im Internet suchen und kaufen. Das betrifft Personen, die in ihrer Freizeit nähen, ebenso wie Fachleute aus der Mode-Branche.
Der Aufbau der neu gestalteten Artikelseite
Links oben finden befindet sich der Name des Stoffes sowie die Möglichkeit, zur vorherigen Seite zurückzukehren, den Stoff für später zu speichern und Notizen zu verfassen.
Visuelle Grundlagen
Wir haben die Detail-Seite für ein Produkt in drei Spalten aufgeteilt. Jede Spalte übernimmt eine bestimmte Aufgabe:
In der linken Spalte sind dauerhaft zwei grundlegende Darstellungen des Stoffes zu sehen: ein hochauflösendes Foto der Stoffoberfläche, auf der man Farbe und Oberflächenstruktur sehen kann, und eine dreidimensionale Simulation ein fertigen Kleidungsstücks, das aus diesem Stoff „genäht“ ist. So bekommen die Nutzer:innen sofort einen möglichst realistischen Eindruck vom Fall und der Wirkung des Materials.
Die mittlere Spalte zeigt passende Bilder oder Grafiken zu der Kategorie, die gerade in der rechten Spalte angeklickt wurde. Wählt ein:e Nutzer:in dort beispielsweise den Bereich „Aussehen“, zeigt die mittlere Spalte Visualisierungen zum Knitterverhalten, zur Dicke oder zum Glanz des Stoffes. Klickt sie auf „Nachhaltigkeit“, stehen an dieser Stelle z.B. Grafiken zum Herkunfts- und Herstellungsland und zum CO₂-Ausstoß.
Die rechte Spalte fasst alle schriftlichen Details und Kaufoptionen zusammen. Sie ist von oben nach unten in drei Bereiche unterteilt:
Die Basics:
Hier findet man die Kerndaten: das Material, die Grammatur (Gewicht), die Bindungsart und die Dehnbarkeit des Stoffes.
Die Eigenschaften:
Dieser Bereich enthält eine allgemeine Beschreibung sowie alle weiteren Eigenschaften des Stoffes, die übersichtlich in vier Kategorien sortiert sind: Aussehen, Textilpflege, Nachhaltigkeit und technische Eigenschaften. Die Auswahl hier steuert die Anzeige in der mittleren Spalte.
Die Kauf-Details:
Am Ende der Spalte stehen der Preis, die aktuelle Verfügbarkeit und die Liefermenge. Ein auffälliger Button leitet Nutzer:innen von hier aus direkt zum Händler weiter.
Fazit
Zusammenfassend zeigt die Arbeit, wie man Stoffe im Internet neu darstellen kann. Das System verbindet genaue Daten mit anschaulichen Grafiken, Videos und 3D-Animationen. Nutzer können dadurch am Bildschirm besser einschätzen, wie sich ein Stoff verhält, ohne ihn berühren zu müssen. Das spart Zeit beim Einkauf. Zudem müssen Käufer die Stoffe seltener zurückschicken. Das Projekt zeigt somit, wie digitale Werkzeuge den Handel mit Textilien erleichtern können.