Die Studierenden lernen die elementare Darstellungsprinzipien, grundlegende Techniken der Programmierung und algorithmisches Denken kennen.
In zwei Kurzprojekten und kleinen Übungen probieren die Studierenden die systematischen Organisation von Zeichenbeziehungen in Fläche, Bewegung und interaktives Verhalten aus. Ziel ist es am Ende des Semesters, Gestaltung als System zu erfahren und eigenständig erste einfache Regelwerke in eine Programmiersprache übersetzen zu können.
Die Aufgabenstellung für dieses Projekt war, einen eigenen Algorithmus zu entwerfen. Damit wir Studierende in das “Algorithmic Thinking” kommen und verstehen, wie ein Algorithmus erstellt und aufgebaut ist, sollten wir erst mehrere vorgegebene Algorithmen ausprobieren. Anschließend durften wir unseren eigenen Algorithmus erstellen und einen der gegebenen Algorithmen durch zusätzliche Regeln reproduzieren und erweitern.
Die entwickelten Algorithmen sollen ein reproduzierbares Design erstellen.
Ideen
Innerhalb der ersten Woche gaben wir uns selbst die Aufgabe, sich jeden Tag mindestens einen Algorithmus zu überlegen und diesen skizzenhaft umzusetzen. Dabei entstanden verschiedenste Ideen, wie mit Formen und Farben algorithmisch gespielt werden könnte.
Matrix
Diese Ideen haben wir dann in einer Matrix sortiert und bewertet. Die Matrix geht von Minimal bis Komplex und von Frei bis Eingeschränkt.
The Eye
Initial Idea
Alles begann mit Essstäbchen und einer Idee. Diese Idee, die uns zu The Eye führte, bestand darin, die Stäbchen gebündelt in der Mitte der Zeichenfläche zu halten und dann fallen zu lassen. Dadurch entstand ein radiales Muster. Innerhalb unserer Gruppe hatten wir jedoch schnell eine davon abgeleitete Idee vor Augen, man könnte gar sagen „im Auge“: die menschliche Iris.
Inspiration
Begeistert von der Idee führten wir unsere Gedanken weiter, wie wir etwas, was so individuell ist, durch einen Algorithmus ausdrücken könnten. Aber genau das war, was uns letztendlich so an diesem Konzept reizte. Wir stießen auf fotografische Aufnahmen von verschiedenen Iriden, die uns inspirierten mit Farbe und Licht zu spielen. So kamen wir darauf, unseren Algorithmus auf (bunten) Folien zu malen und von unten zu beleuchten. Die Struktur entstand nicht nur zufällig, sondern auch den mathematischen Regeln der Natur entsprechend, in Form der Fibonacci-Folge.
Algorithmus
Regelwerk des The Eye Algorithmus
Ergebnis
Four Long Lines
Initial Idea
“Four Long Lines” war einer der drei Algorithmen, die wir direkt am Anfang ausprobiert haben. Uns hat es sehr gefallen, dass alle beteiligten Personen gleichzeitig agieren und dadurch ein Bild entsteht. Um das ganze noch abwechslungsreicher und schwieriger zu gestalten, kamen wir auf die Idee, einen Fahrbahnplan mit dem Algorithmus zu generieren und die Richtungsänderungen nur in 45, 90 und 135 Grad zuzulassen. Bei mehreren Testdurchläufen, beobachteten wir, dass das ganze mehr einer Computerplatine ähnelte. Dieses Aussehen fanden wir noch besser als unsere vorherige Idee, weil es sich trotz analogen Methoden mit Technik beschäftigt und setzten es um.
Inspiration
Während der Tests ist uns immer wieder aufgefallen, dass die Rückseite des Blattes infolge der durchgedrückten Stiftfarbe ebenfalls gut erkennbare Striche zeigte.
Zudem konnte man die Entscheidungszeit der jeweiligen Person anhand der Ecken und deren Dicke erkennen. Je länger wir brauchten, um uns zu entscheiden, wie wir weiter zeichnen, desto dicker wurde der Strich. Das fanden wir sehr interessant, sodass wir das Ganze auch noch zeigen wollten.